Was die Hornschicht mit Zink zu tun hat

Vier Dinge stehen hier nebeneinander: der Schichtaufbau der Haut, zwei Stellen, an denen Zink darin vorkommt, eine Tabelle mit Lebensmittelquellen und der Wortlaut der zugelassenen Angabe in voller Länge.


Eine Grenzschicht mit eigenem Aufbau

Von außen betrachtet wirkt die Haut wie eine einzelne, gleichförmige Hülle. Unter dem Mikroskop zeigt sich ein geschichteter Aufbau: die Oberhaut mit ihren mehreren Zelllagen, darunter die Lederhaut mit Blutgefäßen und Nervenenden, und darunter das Unterhautfettgewebe. Jede dieser Schichten übernimmt eine eigene Aufgabe innerhalb des Gesamtsystems.

An mehreren Stellen dieses Aufbaus sind Spurenelemente als Cofaktoren beteiligt. Für Zink hat die EU-Kommission auf Grundlage eines wissenschaftlichen Gutachtens der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine gesundheitsbezogene Angabe zur Haut zugelassen. Die beiden folgenden Abschnitte ordnen ein, an welchen konkreten Stellen dieses Spurenelement in Erscheinung tritt.

Die Weiterleitung des Metallions durch die Zellschichten

Zink erreicht die Haut über die Blutbahn, muss von dort aus jedoch noch in die einzelnen Zelllagen der Oberhaut hinein gelangen – von der Basalschicht, in der neue Zellen entstehen, bis zur Hornschicht an der Oberfläche. Diese Weiterleitung übernehmen spezialisierte Trägerproteine aus zwei großen Familien: ZIP-Proteine schleusen Zink in das Zellinnere, ZnT-Proteine befördern es wieder heraus oder in innere Zellbestandteile.

Beide Proteinfamilien kommen in unterschiedlicher Zusammensetzung in jeder Zelllage vor, wodurch sich die lokale Zinkkonzentration von Schicht zu Schicht unterscheidet. Diese fein abgestufte Verteilung wird in der Fachliteratur als Voraussetzung dafür beschrieben, dass die vielen zinkabhängigen Vorgänge in der Haut überhaupt ablaufen können.

Kurz zum Wortlaut

Wo genau innerhalb der Haut Zink wirkt, beschreibt die Wissenschaft in mehreren Einzelschritten. Der zugelassene Wortlaut fasst dies in einem einzigen, engen Satz zusammen und nennt dabei keine der beteiligten Proteine namentlich.

Warum die Hautoberfläche einen niedrigen pH-Wert hält

Ein Teil der Absonderung der Schweißdrüsen wird von einem zinkabhängigen Enzym namens Carboanhydrase mitbestimmt. Dieses Enzym beeinflusst, wie stark der auf die Haut gelangende Schweiß den dortigen pH-Wert senkt. Unter gewöhnlichen Bedingungen liegt die Hautoberfläche dadurch im leicht sauren Bereich – ein Zustand, der in der Fachliteratur häufig als Teil der äußersten Abgrenzung des Gewebes beschrieben wird.

Die beiden hier beschriebenen Ansatzpunkte – die Verteilung des Metallions selbst und eine nachgeschaltete Enzymwirkung – betreffen unterschiedliche Ebenen desselben Gewebes. Der amtliche Wortlaut unterscheidet nicht zwischen ihnen und beschreibt lediglich das dokumentierte Gesamtergebnis:

„Zink trägt zur Erhaltung normaler Haut bei.“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012

Menge, Herkunft und was der Alltag liefert

Für Erwachsene setzt die EU-Kennzeichnungsverordnung 1169/2011 einen Tagesrichtwert von 10 mg Zink an. Wie viel ein einzelnes Lebensmittel davon liefert, unterscheidet sich allerdings erheblich:

Zinkgehalt einiger Lebensmittel (Näherungswerte je üblicher Portion)
LebensmittelUngefährer Beitrag zum Tagesrichtwert
Austernsehr hoch
Rinderleberhoch
Cashewkernemittel
Kichererbsenmittel
Vollkornhaferniedrig bis mittel
Eigelbniedrig

Pflanzliche Quellen liefern Zink zusammen mit Phytinsäure, die einen Teil davon im Dünndarm bindet und die Aufnahme geringfügig mindert. Wer Hülsenfrüchte und Getreide vor der Zubereitung einweicht oder keimen lässt, senkt den Phytinsäuregehalt und begünstigt dadurch die Aufnahme etwas.

Bei einer gemischten Küche mit tierischen und pflanzlichen Anteilen lässt sich der Tagesrichtwert in aller Regel ohne zusätzliches Präparat erreichen. Wer sich ausschließlich pflanzlich ernährt, kann von einer individuellen Beratung profitieren, um die eigene Zufuhr besser einzuschätzen.

Fragen, die uns zu dieser Angabe erreichen

Meint die Angabe eine einzelne Hautschicht?

Nein. Der Wortlaut nennt weder die Oberhaut noch eine andere einzelne Schicht namentlich. Er bezieht sich allgemein auf die Haut als Gewebe.

Was bedeutet der Zusatz „Erhaltung“ in diesem Zusammenhang?

Er beschreibt das Aufrechterhalten eines physiologisch gewohnten Zustands bei einer im übrigen ausreichenden Zinkzufuhr – nicht das Erreichen eines Zustands, der zuvor abgewichen war, und keine Steigerung darüber hinaus.

Ist die Angabe an ein bestimmtes Alter oder Geschlecht gebunden?

Nein. Der Verordnungstext richtet sich an die erwachsene Bevölkerung insgesamt, ohne nach Geschlecht oder einer bestimmten Altersgruppe innerhalb dieser Bevölkerung zu unterscheiden.

Ersetzt dieses Lexikon eine dermatologische Untersuchung?

Nein. Die Inhalte bündeln veröffentlichtes Fachwissen zu einer einzelnen EU-Angabe; eine Untersuchung in einer fachkundigen Praxis lässt sich damit nicht ersetzen.

Reicht eine gewöhnliche Ernährung für die Zinkzufuhr aus?

Bei einer abwechslungsreichen Küche meist ja, siehe die Tabelle weiter oben. Wer Unsicherheit über die eigene Versorgung hat, kann dies mit ernährungswissenschaftlichem Fachpersonal besprechen.


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Enthalten sind der vollständige Hintergrund zu Zink und der Haut, die Tabelle zu Lebensmittelquellen sowie die Antworten aus dem Fragenteil – als ein zusammenhängendes Nachschlagewerk.

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Gesundheitshinweis

Nahrungsergänzungsmittel sind eine Ergänzung zur Ernährung und kein Ersatz dafür. Wer Ergänzungsmittel einnimmt, sollte sich an die angegebene Verzehrmenge halten und Präparate außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren. Fragen zum eigenen Gesundheitszustand gehören in eine ärztliche oder pharmazeutische Praxis – dieses Lexikon ist dafür kein Ersatz.

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